Das Salz und Passau sind ja aufs Engste verwoben und jedes Passauer Kind weiß, was die Stadt dem weißen Gold zu verdanken hat. Der enorme Profit aus dem Salzgeschäft lässt sich noch heute erahnen, wenn man seinen Blick an den Fassaden einiger Altstadthäuser hoch wandern lässt, auch wenn schon längst kein Salz mehr durch die Finger Passauer Salzhändler rieselt. Doch mit gesalzenen Preisen wird bis in unsere Zeit aus einem mäßigen Geschäft ein lukratives und so wirkt zumindest dem Namen nach das Mineral auch in der hiesigen Geschäftswelt weiter. Doch lassen wir den historischen Aspekt einmal beiseite und wenden uns dem Stück zu, das im gesalzenen Titel Anklänge an diese Dimension vermuten lässt und bei dem einen oder anderen dahingehend eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt haben dürfte. Leider muss hier mitgeteilt werden, dass im gesamten Verlauf des Stückes kein einziges Körnchen Salz zum Einsatz kommt und selbst das Salz in der Suppe oder in offenen Wunden wird verschwiegen. Kein Salz der Erde und keine Salzstangen treiben die Handlung einem dramatischen Höhepunkt entgegen und wer hinter dem Titel einen Bezug auf den Salzgehalt von Soßen und Beizen vermutet, geht völlig fehl. Zusammenfassend lässt sich sagen: Dieses Stück hat wenig mit Salz und der Titel nicht wirklich viel mit dem Stück zu tun. Gleichwohl wird sich ein Großteil des Publikums gerade durch ihn dazu verleiten lassen haben, eine Eintrittskarte zu erstehen. Und nun, da Sie die Wahrheit kennen, sitzen Sie schon hier und müssen feststellen, dass man Sie aufs Glatteis geführt hat. Wahrscheinlich war wieder einmal zu wenig Salz gestreut. Aber lassen wir die plumpen Anspielungen und widmen unsere Aufmerksamkeit den ungesalzenen Vorgängen auf der Bühne oder daneben und hoffen auf eine gepfefferte Geschichte. In diesem Sinne: Gute Unterhaltung! |